Smoke & Jackal im Interview
„Wir sehen beide gut aus und sind sehr bescheiden“

Rotwein, Rockmusik und ein paar Egos: Jared Followill (Kings Of Leon) und Nick Brown (Mona) im Interview über ihr gemeinsames Projekt Smoke & Jackal.

Jared Followill, Bassist von Kings Of Leon, und Mona-Sänger Nick Brown sind nicht nur beste Freunde, sondern machen unter dem Namen Smoke & Jackal nun auch gemeinsam Musik. „EP1“ lautet der Titel ihrer ersten gemeinsamen Veröffentlichung. Im Interview sprechen die beiden Amerikaner über Freundschaft, Egos, falsche Erwartungen und eine Menge Blödsinn.

Smoke & Jackal

Zwei Rockmusiker, ein neues Projekt: Nick Brown (Mona) und Jared Followill (Kings Of Leon) als Smoke & Jackal

BRASH.de: Nick, Jared, es heißt ein paar Flaschen Wein hätten Sie dazu inspiriert, gemeinsam Musik zu machen. Stimmt das?

Jared Followill: Genau so war es. Wir wohnen gleich um die Ecke voneinander und sehen uns wirklich fast jeden Abend. Die ersten 100 Male macht es noch Spaß, einfach in eine Bar zu gehen, aber irgendwann ist man auf der Suche nach anderen Beschäftigungen. Da wir nun mal beide Musik machen und Nick im Keller ein Studio hat, endeten wir eines Abends nach ein paar Flaschen Rotwein in seinem Keller um eine halbe Stunde zu jammen. Nick spielte mir eine Keyboardmelodie vor, die wirklich cool klang, also griff ich zur Gitarre. Aus der halben Stunde wurden sechs Stunden und am Ende der Nacht hatten wir zwei fast fertige Songs.

Haben Sie damals in der Weinlaune daran gedacht, diese Songs mal zu veröffentlichen?

Nick Brown: Nein, es ging uns bloß um den Spaß. Wir hatten keinerlei Pläne etwas zu veröffentlichen. Wir hatten einfach das Gefühl, gerade ein paar echt coole Sounds geschaffen zu haben, die wir gerne festhalten wollten. Erst später als wir es Freunden zeigten, merkten wir, dass es die Leute vielleicht interessieren könnte. Das Ganze war mit keinerlei Erwartungen verknüpft und hatte einen total unbeschwerten Vibe.

Abgesehen von der ersten Single „No Tell“ überraschen die Songs mit viel Groove und Dub-Beats. Fans von Kings Of Leon und Mona dürften sich über diesen Sound wundern.

Brown: Das stimmt, die Songs haben einen launigen, schwammigen Vibe, mit dem Kings Of Leon oder Mona wohl nicht davon kommen würden. Wir haben bei allen Songs der EP echte und elektronische Drums übereinander geschichtet – das wäre bei unseren Hauptbands tabu. Dort stehen wir viel mehr unter Beobachtung und es wird ein gewisser Sound von uns erwartet. Jared und ich lieben elektronische Musik, nur können wir diesen Einfluss sonst nicht ausleben. Bei Smoke & Jackal allerdings hatten wir komplette Freiheit.

Smoke & Jackal

Die ersten beiden Songs von Smoke & Jackal sind in einer Nacht entstanden - ihre Pressefotos offenbar auch.

War es erfrischend, vor allem für Sie Jared, dem üblichen Erwartungsdruck zu entkommen?

Jared: Absolut! Es gab nicht nur keinerlei Erwartungen, sondern auch keine Regeln. Die einzige Regel, die wir uns selbst gesetzt hatten, war, dass wir sofort aufhören, falls wir uns bei etwas nicht einigen können und an einen Punkt kommen, wo Gefühle verletzt werden und wir sauer aufeinander werden. Unsere Freundschaft und der Spaß standen an erster Stelle. Sobald irgendwelche Egos ins Spiel gekommen wären, hätten wir aufgehört. Ein Luxus, den wir uns bei unseren anderen Bands nicht erlauben können. Da müssen wir´s durchziehen und irgendwer muss den Ärger runterschlucken.

Allerdings wirken Sie beide, als hätten Sie durchaus größere Egos. Wie legt man das denn ab?

Brown: Wenn man so viel auf Tour ist wie wir, lebt man ein komplett anderes Leben. Einen echten Freund im Business zu finden und diese Freundschaft auch aufrecht zu halten, ist gar nicht so einfach. Das ist viel wichtiger, als die Idee für einen Song. Genau das haben wir uns immer vor Augen gehalten. Wir sind schon beide starke Charaktere und sagen auch unsere Meinung, aber wir streiten uns eigentlich nicht. Vielleicht, weil wir gut darin sind, unsere Meinung zu erklären. Und weil wir viel Respekt füreinander haben. Das macht die Sache definitiv leichter, egal ob es um Geschäfte, Musik oder Freundschaft geht. Ich würde sagen es ist die halbe Miete, weil man weiß, dass der andere einen versteht.

Was haben Sie beide sonst gemeinsam?

Followill: Eine Menge. Wir sehen beide gut aus, und sind beide sehr bescheiden.

Warum glaube ich Ihnen das nicht?

Followill: (lacht) Nein im Ernst, wir haben wirklich eine Menge gemeinsam. Wir mögen die gleichen Dinge und haben einen ähnlichen Sinn für Humor. Wir feiern gerne und wenn wir betrunken sind reden wir ausschließlich über ernste Dinge wie Politik und Religion.

Und im Rahmen dieser ernsten Gespräche ist vermutlich auch der Text zu „No Tell“ entstanden?

Followill: Genau, in dem Song geht es um George Bush.

Stimmt nicht, es geht um Sex.

Brown: Ja, es geht um einen Blowjob. Aber ganz so platt ist der Song nicht, es stecken auch Gedanken dahinter. Es geht darum, Grenzen zu überschreiten. Wir alle haben Grenzen, die wir oft genug doch überschreiten. Letztlich liegt es bei den Hörern zu entscheiden, was der Song für sie bedeutet.

Followill: Oft sind selbst Nick und ich uns bei den Songs nicht einig, was sie bedeuten sollen. Für mich handelt der Song von einem Mädchen, das etwas tut, von dem sie dachte, dass sie es nie tun würde. Und es gibt eine Menge Mädchen, bei denen das so ist, nicht nur in Bezug auf Sex.

Brown: Was wir mit dem Song auf jeden Fall schon mal erreicht haben, ist, dass die Leute darüber jeden.

Das stimmt. In Amerika haben sich eine sehr darüber aufgeregt. War Rotwein involviert, als der Text entstanden ist?

Brown: Rotwein ist immer involviert!

Latenight-Roadrock:

Smoke & Jackal – „EP1“ (Sony), Oktober 2012.


Ähnliche Artikel
 1 2 3 4
Verlosung: Giraffenaffen 3 - Kinderlieder modern gesungen
Heute erscheint die neue CD der beliebten…

Postcards - Mrs. Greenbird
Nahe an den Fans sind Mrs. Greenbird allemal: nach dem positiven Feedback über Facebook auf ihre…

Adoro - das neue Album
Adoro ist Klassikpop made in Germany! Das Musikprojekt mit jungen Opersängern wurde 2007 ins…

Pride - der Sound und Vibe der 80er
Die Pet Shop Boys, Bronski Beat, Queen, Frankie goes to Hollywood, Soft Cell – die Musikgrößen…

Süßes und Saures zur Fußball WM in Brasilien
Noch 44 Tage bis zur Fußball WM in Brasilien. Sie wirft…

Dabei wollten wir sie nie wieder sehen
Na, schon gehört? ‘Tokio Hotel’ planen ein Comeback.…

Ähnliche Galerien
1 2
Schlagwörter