The Weeknd
Die Zukunft lässt grüßen

Hype oder Hit? The Weeknd hat bei einem Major-Label angeheuert und veröffentlicht eine Werkschau seines bisherigen Materials.

The Weeknd

Hype des letzten Jahres, Ankommer dieses Jahres: Abel Tesfaye a.k.a. The Weeknd (Foto: Universal)

Vielleicht ist das einfach die Zukunft. Künstler veröffentlichen ihre Musik im Internet. Nicht im Eigenvertrieb, sondern schlichtweg umsonst. Weil die Produktion dieser Tage nicht mehr besonders teuer ist. Vor allem aber, weil in Zeiten von Streaming-Portalen wie Spotify oder Wimp die meisten Leute deutlich länger als früher überlegen, ob sie für Musik überhaupt Geld ausgeben wollen. Gibt ja 20 Millionen Songs da draußen, die man streamen kann. Und vielleicht ist es dann ebenfalls die Zukunft, dass die guten Dinge die Runde machen. In Blogs auftauchen, auf den Homepages von Musikzeitschriften, bei Facebook. Und, zum Dritten, vielleicht ist es dann auch die Zukunft, dass die Plattenfirmen sehr schnell begreifen, welcher dieser Künstler originell genug ist, stark genug, verbreitet genug, beliebt genug sind, um mit ihm eine Zusammenarbeit einzugehen, die für beide Seiten lohnend ist.

The Weeknd

Einer, von dem wir noch viel hören werden: Abel Tesfaye (Foto: Universal)

The Weeknd heißt mit bürgerlichem Namen Abel Tesfaye. Vor nicht einmal zwei Jahren, Anfang 2011, lud er einige Tracks bei Youtube hoch. Im März folgte das Mixtape „House Of Balloons“, das er über das Internet streute. Ein großartiges Stück Musik, das modern, aber gerade aufgrund seiner Glätte sehr beklemmend inszenierten Soul mit HipHop, Wave und sämtlichen Spielarten der Elektronik verband und sampelte, was das Zeug hielt, unter anderem Aaliyah, Beach House und Siouxie & The Banshees. Seine Identität hielt Tesfaye damals geheim, gab keinerlei Interviews – sicher einer der Gründe für den Buzz, der entstand und der durch zwei weitere Online-Alben noch verstärkt wurde. „Thursday“ kam im August und kam mit einem Feature von Drake, „Echoes Of Silence“ schließlich im Dezember. Am Ende des vergangenen Jahres fanden sich die Platten in allen relevanten Bestenlisten.

Jetzt ist „Trilogy“ als „offizielle“ CD-Box bei Universal erschienen. Also alle drei EPs, flankiert von drei neuen Stücken. Ein bisschen wurde an der Musik gefeilt und gereinigt, ein Sample entfernt. Am Stück lässt sich all das schlecht hören, man verläuft sich dann in den Klanglandschaften, stolpert über Dubstep-Patterns, rutscht auf den Synthie-Flächen aus. Aber dennoch erkennt man, was Tesfaye für ein Visionär ist. Er möchte, so sagt er in einem Interview, etwas Neues machen. Klingt bescheiden und gar nicht unrealistisch: „Trilogy“ ist neben den Alben von Kendrick Lamar und Frank Ocean sicher die wichtigste Urban-Veröffentlichung 2012.

Urban Pop-Visionen:

The Weeknd – „Trilogy“ (Universal), November 2012.

www.theweeknd.com

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