Matt Bellamy im Weihnachts-Interview
„Für Kate habe ich mir jede Menge gute Anzüge zugelegt“

Neues Album, neue Tour, alter Fuß: Muse-Frontmann Matt Bellamy über Knochenstimulatoren, Killers-Konkurrenz und Weihnachtsgeschenke für seine Verlobte Kate Hudson.

Backstage-Besuch bei Muse in der O2 World Hamburg. Am Abend wird das Britrocktrio vor 14.000 Fans sein letztes Deutschlandkonzert in diesem Jahr spielen. Sänger Matthew Bellamy ist bester Laune, als er durch seine Garderobe humpelt. Vor zwei Wochen hat er sich barfuß an einem Treppenabsatz den Fuß gebrochen. Amüsiert führt er uns seinen Knochenstimulator vor, ein quadratisches Gerät, das durch magnetische Felder dafür sorgen soll, dass seine Zehen wieder in die richtige Richtung wachsen. Bei einer großen Tasse Tee erzählt Bellamy von den Highlights 2012 und seinen Plänen für das Weihnachtsfest.

Muse live in Hamburg, Foto: Katja Schwemmers

Keine Bühne groß genug: Muse, die U2 des Gagaprogrocks, und ihre überbordende Liveshow in Hamburg (Foto: Katja Schwemmers)

BRASH.de: Mr. Bellamy, vor zwei Wochen haben Sie sich den Fuß gebrochen, Muse mussten deshalb drei Konzerte absagen. Wie geht es Ihnen heute?

Matt Bellamy: Besser. Der Arzt hat mir diesen speziellen Knochenstimulator mitgegeben, wie ihn sonst nur Fußballer benutzen. Ich humpele noch und kann bei Konzerten nicht springen oder rennen. Zum Glück hilft mir das Adrenalin auf der Bühne über jeglichen Schmerz hinweg.

Ihre Verlobte, Hollywood-Schauspielerin Kate Hudson, meinte jüngst in einem Interview, dass Sie nicht glauben kann, dass der Matt auf der Bühne die gleiche Person ist wie der Privatmensch.

Matt Bellamy: Ich kann das auf gewisse Weise nachvollziehen. Auf der Bühne bin ich durchgeknallt und voller Emotionen, was mich verrückte Rockstar-Sachen machen lässt. Im Privaten bin ich nicht so heavy drauf, einfacher zu händeln und durchaus rücksichtsvoll unterwegs.

Muse, Foto Katja Schwemmers

Rockstars, keine Verbrecher: Muse auf ihrem Backstage-Zettel (Foto: Katja Schwemmers)

Im nächsten Jahr spielen Muse zwei Open Airs in Deutschland. Wie wird das aussehen?

Matt Bellamy: Wir wollten für die Hallentour eigentlich ein komplettes Solarsystem über der Bühne kreisen lassen. Das haben wir noch nicht ganz hingekriegt, aber unser jetziges Stagedesign ist von der Idee beeinflusst. Für die Open Airs müssen wir noch einen drauf legen und uns was Besonderes einfallen lassen. Speziell für Berlin, denn die Waldbühne ist so ein schöner Spielort.

Was war Ihr Muse-Highlight dieses Jahr?

Matt Bellamy: Wo soll ich da anfangen? Der Olympia-Auftritt war nervenaufreibend und eine echt große Sache. Wir haben eine Reihe fantastischer Konzerte gespielt, in Paris zum Beispiel. Bei den Q Awards als „Beste Band der Welt“ geehrt zu werden, war schon witzig. Und wir waren positiv überrascht, für die anstehenden Grammy-Awards wieder zwei Mal nominiert zu sein, damit hatten wir diesmal nicht gerechnet.

Brandon Flowers hat mit uns um 100 Euro gewettet, dass sich das letzte Killers-Album besser verkauft als das von Muse. Hat er gewonnen?

Matt Bellamy: Das kann ich nicht sagen. Aber ich wette um 200 Euro, dass Muse allein in Paris mehr Tickets verkaufen als die Killers auf ihrer gesamten Europatour, haha!

Sie sind dieses Jahr auch bei einigen Filmpremieren mit Kate Hudson über den roten Teppich gelaufen. Fühlen Sie sich mittlerweile wohl dabei?

Matt Bellamy: Ja, denn ich habe mir eine Menge gute Anzüge zugelegt! Unsere Jobs sind so unterschiedlich, und mir gefällt es, mit ihr zusammen zu sein, wenn sie ihren großen Moment hat. Ich kann im Hintergrund bleiben und sie unterstützen. Das ist ein schönes Gefühl, denn mein Job bedeutet das Gegenteil. Ich stehe immer vorne auf dem Präsentierteller. Kate und ich können den Druck teilen, den unsere Jobs mit sich bringen.

Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

Matt Bellamy: Ich war heute Nachmittag auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt und habe noch ein paar Geschenke gekauft. Da gab es diese handgefertigten, mundgeblasenen Gläser, die jemand mit speziellen Glas-Tintenstiften bearbeitet hat, die am Ende eine Spirale haben, durch die die Farben ganz lange halten. Kennen Sie die? Davon habe ich Kate was mitgebracht. Aber das dürfen Sie nicht schreiben, sonst liest sie das noch!

Ist Sie denn mit Ihnen auf Tour?

Matt Bellamy: Nein, momentan nicht. Sie war es bis vor einer Woche, aber nun ist sie zurück nach Los Angeles geflogen. Ich werde ihr in ein paar Tagen folgen.

Wie werden Sie Weihnachten verbringen?

Matt Bellamy: Wir werden – sofern sich mein Fuß weiter erholt – fünf Tage in den Skiurlaub nach Aspen, Colorado fahren. Da kann ich mir dann auch noch den anderen Fuß brechen.

Muse, Matt Bellamy, Foto: Katja Schwemmers

Der sitzende Zampano: Matt Bellamy am Klavier - sein Fuß wird es ihm danken. (Foto: Katja Schwemmers)

Tourtermine 2013:

12.7. Freilichtbühne Loreley
14.7. Waldbühne Berlin

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